Sonntag, 9. September 2018

Von starken Pferden, traurigen Panthern, cleveren Raben und anderen Tieren...

Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah!
Die Luft ist still, als atmete man kaum,
und dennoch fallen raschelnd, fern und nah,
die schönsten Früchte ab von jedem Baum.

O stört sie nicht, die Feier der Natur!
Dies ist die Lese, die sie selber hält;
denn heute löst sich von den Zweigen nur,
was vor dem milden Strahl der Sonne fällt.

Friedrich Hebbel



Schon will der Sommer allmählich wieder Abschied nehmen. Er hatte diesmal viel Hitze und Trockenheit im Gepäck. So fällt es uns leichter, ihn ziehen zu lassen, wissen auch Kühle und Regen wieder zu schätzen. Der kleine, puschelige Geselle oben ist mir in Ludwigsburg über den Weg gehuscht und war schon eifrig am Vorräte-Sammeln.


Hattet ihr schöne Ferien? Und hoffentlich gute Bücher zu lesen?

Ich war während des Sommers zuhause und habe nur kleine Ausflüge unternommen. Diesmal werde ich erst im Herbst verreisen, wieder auf die Insel Rügen, diesmal um Zugvögel zu beobachten. Ich freue mich schon sehr auf die Kraniche und Wildgänse und werde bald davon berichten. 

Aber auch zuhause gibt es immer wieder etwas zu entdecken. An einem Wochenende im August fand an dem Ort, an dem ich wohne, ein Fuhrmannstag statt. Dort wurde gezeigt, wie früher mit Pferden gepflügt wurde. So etwas bekommen wir heute, wo die Feldarbeit längst von Traktoren erledigt wird, nicht mehr oft zu sehen!



 
Ebenso selten geworden sind die kräftigen Pferderassen, die zum Ziehen von schweren Lasten eingesetzt wurden, wie hier die schönen blonden Schwarzwälder mit ihrer dunklen Fuchsfarbe beim Holzrückewettbewerb.

Holzrückepferde, die schwere Baumstämme aus dem Wald ziehen, werden heute noch eingesetzt, an Berghängen und wo sonst das Gelände schwierig ist. Und auch zunehmend wieder dort, wo Menschen erkannt haben, dass umsichtiges Arbeiten mit Pferden viel weniger Schaden im Wald anrichtet als eine große Maschine, die links und rechts nicht mehr viel übrig lässt!

Wenn wir wieder lernen, achtsam mit der Umwelt umzugehen, die wir ja brauchen und uns erhalten sollten, wird das Pferd nicht nur als Sportkamerad, sondern auch als Arbeitspartner wieder interessant. Gerade für die knifflige und nicht ungefährliche Arbeit mit Baumstämmen braucht es gegenseitiges Vertrauen und feinfühlige Kommunikation zwischen Mensch und Tier. Dies konnte hier sehr gut beobachtet werden. Es zeigte sich schnell, wo die Zusammenarbeit stimmte!



Natürlich war ich auch mal wieder bei den Dichtern in Marbach, in den Literaturmuseen. Von der hoch gelegenen Terrasse hat man einen weiten Blick über den Neckar. Es gibt auch ein Café und es lässt sich dort schön in der Sonne sitzen und schmökern, wie ihr hier seht...









Postkarten und Briefe des Dichters Rilke
Im Museum gibt es eine Ausstellung über Paris, wo sich im Verlauf von etwa 200 Jahren viele unserer Dichter und Schriftsteller, aber auch viele Maler, Bildhauer und Fotografen immer wieder für kürzere oder längere Zeit aufhielten, manche einfach, weil ihnen die französische Hauptstadt am Seine-Fluss so gut gefiel, manche auch auf der Durchreise oder auf der Flucht vor Verfolgung und weil sie dort zeitweise freier arbeiten konnten als in Deutschland.

Denn zu gewissen Zeiten durfte hier nur veröffentlicht werden, was den Herrschenden so passte. Das ist heute zum Glück nicht mehr so. Inzwischen leben wir in einer Demokratie. Das bedeutet, jede und jeder kann hier mitbestimmen und seine Meinung sagen, solange damit niemand verletzt oder ausgegrenzt wird, und die Ausübung von Kunst, Presse und Wissenschaft ist frei. Das bedeutet: Jeder und jede kann malen oder schreiben, was er oder sie will, die Musik machen, die er oder sie mag, und lernen und erforschen, was er oder sie möchte. Bis es jedoch so weit war, gab es manchen Kampf auszufechten. Umso wichtiger ist es, dass wir uns dafür einsetzen, dass es so bleibt! Denn Freiheit ist etwas ganz Wichtiges, um die Dinge tun zu können, zu denen ein Mensch sich berufen fühlt.

Postkarten und Briefe Walter Benjamins
Sicherlich hatte aber in Paris manche und mancher auch hin und wieder Heimweh oder wollte einfach das Erlebte mit anderen teilen und schrieb Postkarten und lange Briefe an Freundinnen und Freunde, meistens noch in akkurater Schrift von Hand, wie hier zu bestaunen.

Wer auf der Flucht war, wie der große Denker Walter Benjamin, musste außerdem sehr unauffällig leben und hatte vielleicht auch nicht immer genügend Papier zur Verfügung. Ob er deshalb in so winzig kleiner Schrift schrieb?

Fotos von einem Besuch Rilkes
im Tagebuch seines Freundes Harry Graf Kessler



In Paris war auch der Dichter Rainer Maria Rilke, der hier auf alten Fotos im Tagebuch seines Freundes zu bewundern ist. Wenn ihr hier schon früher mitgelesen habt, kennt ihr ihn von dem Gedicht "Das Karussel", zu dem ich an anderer Stelle schon einmal ein schönes Bilderbuch vorgestellt habe. Ihr findet es, wenn ihr hier klickt.





"Das Karussel" - Original-Handschrift von Rainer Maria Rilke
Die Original-Handschrift zum "Carrussel" ist ebenfalls in Marbach ausgestellt. Denn auch dieses Karussel hat etwas mit Paris zu tun, es befand sich dort in einem bekannten Park, dem "Jardin du Luxembourg". Oft ging Rilke jedoch auch in den "Jardins des Plantes", den Pflanzengarten, also den Botanischen Garten mit einem Zoo, in dem damals große Tiere leider noch in Käfigen ausgestellt waren. Unter diesen Tieren gab es einen Panther, der den Dichter sehr beschäftigte und ihn zu einem seiner schönsten Gedichte inspirierte:

Der Panther

Im Jardin des Plantes, Paris

Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, daß er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf –. Dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille –
und hört im Herzen auf zu sein.

Rainer Maria Rilke



Ein nachdenkliches und bei aller Schönheit seiner Bilder im Grunde auch trauriges Gedicht, das uns zum Nachdenken bringen kann, darüber, wie Menschen mit Tieren umgehen und was sie ihnen manchmal antun!

Zum Glück leben in Europa Zootiere heute eher in Freigehegen, die ihrer Art und ihren Bedürfnissen etwas besser gerecht werden. Dennoch ist ein Gehege von der Größe des Jagdreviers eines Panthers in keinem noch so gut aufgestellten Zoo möglich.

Der letzte Panther, den ich in einem Zoo sah - ich gehe nicht so oft in Zoos -, lag in der Stuttgarter Wilhelma zum Glück sehr entspannt auf einem hoch angebrachten Baumstamm im Schatten und musste nicht in einem engen Käfig im Kreis herumlaufen. Zoos, wo solches noch der Fall ist, sollte man besser nicht unterstützen.

Zu Rilkes Panther-Gedicht gibt es nun auch ein wunderschönes Bilderbuch mit beeindruckenden Illustrationen von Julia Nüsch, in dessen Verlauf wir den Dichter auf seinem Spaziergang in den "Jardin des Plantes" begleiten können und die Welt für einen Augenblick mit den Augen des Panthers sehen lernen.

Der Panther
von Rainer Maria Rilke
mit Bildern von Julia Nüsch
Berlin 2018 (Kindermann)
ISBN 978-3-934029-71-2
€ 15,90
Überall im Buchhandel



Das Schöne am Herbstbeginn: Es gibt neue Bücher! Und so ist auch nun endlich das dritte Buch von unserem geliebten Oskar erschienen. Diesmal geht es darum, was Oskar so alles kann.

Auch wenn die Oskar-Bücher schon für die Kleinsten geeignet sind, weil sie wenig Text zu eindrucksvollen Bildern enthalten, mögen auch die Größeren den charmanten Raben. Vor allem Kindern, die erst Deutsch lernen, kann er eine Hilfe sein, neue Wörter zu lernen und nach und nach auch von sich selbst zu erzählen.

Britta Teckentrup:
Oskar kann ...
München-London-New York 2018 (Prestel)
ISBN: 978-3-7913-7360-7
€ 12,99
Überall im Buchhandel



Auf ein weiteres tolles Bilderbuch bin ich durch Zufall gestoßen. Es handelt von Finn, der sich ein Tier wünscht. Sofort! Am liebsten einen Löwen! Seine Mutter wendet ein, dass dies zu gefährlich sei, denn womöglich frisst solch ein Löwe den Postboten. Mit einem Happs! Aber Finn lässt sich nicht entmutigen und hat noch ganz andere Vorschläge auf Lager. Auf welche Lösung sich Finns Familie schließlich einigt, erfahrt ihr, wenn ihr die farbenfrohe Traumreise durch die Welt der Wunschtiere gemeinsam mit Finn antretet, indem ihr euch durch das Buch blättert.

Annemarie van der Eem & Mark Jansen:
Ich will einen Löwen!
Aus dem Niederländischen von Eva Schweikart
Frankfurt 2018 (S. Fischer-Sauerländer)

ISBN: 978-3-7373-5582-7
€ 14,99
Überall im Buchhandel




Aber es kommt nicht darauf an, sich unbedingt ein "eigenes" Haustier zu halten. Tiere sind nicht zu unserer Unterhaltung da! Sie haben kein leichtes Leben mit uns Menschen und brauchen unsere Fürsorge und unseren Schutz. Dafür kann sich jede und jeder einsetzen, auch ohne ein Tier zuhause zu haben.

Egal, ob groß, ob klein - seid Botschafterinnen und Botschafter der Tiere! 

Ich wünsche euch einen schönen, farbenfrohen Herbst!

Herzliche Grüße

Eure Betty



Sonntag, 17. Juni 2018

Von gefiederten Zeitgenossen, von liebenswerten Schurken, vom Sommerbeginn - und vom Leben überhaupt...

Der Sommer, der Sommer,
Das ist die schönste Zeit:
Wir ziehen in die Wälder
Und durch die Au'n und Felder
Voll Lust und Fröhlichkeit.
 

Der Sommer, der Sommer,
Der schenkt uns Freuden viel:
Wir jagen dann und springen
Nach bunten Schmetterlingen
Und spielen manches Spiel.
 

Der Sommer, der Sommer,
Der schenkt uns manchen Fund:
Erdbeeren wir uns suchen
Im Schatten hoher Buchen
Und laben Herz und Mund.
 

Der Sommer, der Sommer,
Der heißt uns lustig sein:
Wir winden Blumenkränze
Und halten Reigentänze
Beim Abendsonnenschein.
 

August Hoffmann von Fallersleben



Und schon ist wieder der Sommer ins Land gezogen. Ein schöner, blütenreicher Frühling ist ihm vorangegangen.

Gerne erinnere ich mich an einen Nachmittag mit "meinen" Kindern auf einer nahegelegenen Streuobstwiese. Wir waren kaum angekommen und mit einem Mal war es ungewohnt still geworden und von einigen Kindern war gar nichts mehr zu sehen. Viele von ihnen saßen längst oben in den Apfelbäumen, sie waren flugs hinaufgeklettert, lagen ganz entspannt in den Ästen und schauten durch die Blätter und Blüten in den Himmel. "Oh", sagte ich noch, "ich bin mir gar nicht so sicher, ob wir das überhaupt dürfen. Auf jeden Fall müssen wir sehr vorsichtig sein und aufpassen, dass keine Zweige abgerissen werden!" Sie versprachen es und verhielten sich sehr achtsam, auch die Lebhafteren unter ihnen. Andere Kinder lagen bäuchlings im Gras und beobachteten Käfer, während wieder andere lange Ketten aus Gänseblümchen und Löwenzahn flochten. Viele von ihnen schienen ganz eins geworden mit der Natur, die sie umgab. Und ich dachte daran, dass dies etwas ist, was vielen Kindern, die in den Städten wohnen, heute fehlt: Einfach in die Natur hinausgehen können und die Seele baumeln lassen.




Hier in unserer ländlichen Umgebung haben wir großes Glück. Auch der Vogel des Jahres, der Star, wohnt gleich zu mehreren in Mauerhöhlen in der Außenwand unseres Schulgebäudes, so dass wir reichlich Gelegenheit haben, ihn zu beobachten. Oft sehen wir ihn, so wie hier, singend und schwatzend aus seiner Höhle schauen und können nur staunen, wie viele Stimmen anderer Vögel er imitieren kann.

Mehr über ihn könnt ihr erfahren, wenn ihr auf diesen Link klickt: Ein echter Star unter den Vögeln - Kindernetz.de SWR

Für alle, die zum Nachschlagen gern auf handfeste Bücher zurückgreifen: In diesem Jahr sind einige, zum Teil sehr schöne Vogelsachbücher für Kinder erschienen, was die Auswahl gar nicht so leicht macht.

Eins möchte ich euch hier vorstellen, aus dem ihr in kurzen Texten mit vielen schönen Fotos und Zeichnungen Spannendes über das Leben und Verhalten von Vögeln erfahren könnt und darüber hinaus Anregungen für eigenes Tun bekommt. Das stabil gefertigte Sachbuch eignet sich gut zum Mithinausnehmen in die Natur.






Naturführer für Kinder
Vögel
München 2018 (Dorling Kindersley)
ISBN 978-3-8310-3468-0
7,95 €

Überall im Buchhandel


Für diejenigen unter euch, die sich gern alles noch genauer anschauen, von Vogelfedern fasziniert sind und diese vielleicht auch gerne sammeln, gibt es hingegen ein ganz besonders kunstvolles Sachbilderbuch, in dem ihr alles über Federn und ihre Funktion erfahren und nebenbei in traumhafte Bilder eintauchen könnt.

Britta Teckentrup:
Die Feder
München 2018 (Prestel)
ISBN: 978-3-7913-7333-1
€ 20,00
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Britta Teckentrup ist auch die Autorin von Oskar, den wir hier an früherer Stelle schon einmal vorgestellt haben. Von ihm gibt es seit dem letzten Herbst eine Fortsetzung. Und diesmal ist Oskar nicht allein! "Oskar und Mo" ist ein bezauberndes Bilderbuch über Liebe und Freundschaft.

Britta Teckentrup:
Oskar und Mo
München 2017 (Prestel)
ISBN: 978-3-7913-7312-6
€ 12,99
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Der späte Frühling war die Zeit der bunten Blumenwiesen und leuchtenden Gräser, zumindest auf den Höhen des Odenwaldes, wo ich gern schnell mal hinfahre. Dort gibt es noch viele Wiesenblumen wie Margeriten, Glockenblumen, Wiesen-Bocksbart und - Kuckuckslichtnelken!















Hier dürfen auch die Kühe noch auf der Weide sein und ihre Kälbchen bei sich haben. Dies ist nicht nur gesund für Tier und Mensch, sondern auch eine echte Chance für unseren Star, der sich sehr gerne dort aufhält, wo Weidevieh ist. Hier findet er reichlich Nahrung - und erleichtert ganz nebenbei den Kühen das Leben, indem er sie von lästigen Insekten befreit. Eine Art Freundschaft zwischen ganz verschiedenen Tierarten, von der beide etwas haben. Und so schließt sich wieder der Kreis zum Vogel des Jahres.





Das Leben fängt immer klein an. Dann beginnt es zu wachsen. Leicht ist es auch nicht immer. Und doch lieben wir es! Von all dem handelt dieses ganz bezaubernde Bilderbuch über das Leben aus der Sicht der Tiere. Es zeigt uns das Leben aus einer anderen Perspektive und kann uns lehren, achtsamer zu werden. Auch Kindern, die erst sehr kurze Zeit Deutsch sprechen, gefiel es sehr gut.

Cynthia Rylant/Brendan Wenzel (Illustration):
LEBEN
Übersetzung aus dem Englischen: Thomas Bodmer
Zürich 2017 (Nord-Süd)
ISBN: 978-3-3141-0417-6
16,00 €
Überall im Buchhandel






 


Einstweilen zaubert der Sommer immer neue Farben...















Alte Freunde aus liebgewordenen Büchern wiedertreffen ist etwas Tolles, auch wenn es sich in diesem Fall um einen bekannten und berüchtigten Schurken handelt, der mit Vorliebe Kaffeemühlen klaut! Nun ist ja sein Erfinder Otfried Preußler leider schon vor 5 Jahren verstorben. Zum Glück aber hat eine seiner Töchter noch eine von ihm selbst geschriebene fertige Vorlage zu einem Puppenspiel in einer vergessenen Schublade gefunden, die nur noch zum Vorlesebuch umgestaltet werden musste - und schon gibt es ein neues witziges Abenteuer mit Räuber Hotzenplotz!


Otfried Preußler:
Der Räuber Hotzenplotz und die Mondrakete
Stuttgart 2018 (Thienemann)
ISBN: 978-3-522-18510-3
12,00 €
Überall im Buchhandel





Auf dass ihr mit recht viel Lesestoff entspannt durch die heiße Jahreszeit kommen mögt!





Einen Sommer voller Abenteuer und spannender Entdeckungen wünscht euch

Betty


Sonntag, 1. April 2018

Von der Botschaft der Vögel... - oder: Frohe Ostern!

Buchfink im Frühlingswald
Alle Vögel sind schon da, alle Vögel, alle!
Welch ein Singen, Musiziern, Pfeifen, Zwitschern, Tirilier'n!
Frühling will nun einmarschier'n, kommt mit Sang und Schalle.

Wie sie alle lustig sind, flink und froh sich regen!
Amsel, Drossel, Fink und Star und die ganze Vogelschar
wünschen dir ein frohes Jahr, lauter Heil und Segen.

Was sie uns verkünden nun, nehmen wir zu Herzen:
Wir auch wollen lustig sein, lustig wie die Vögelein,
hier und dort, feldaus, feldein, singen, springen, scherzen.

August Hoffmann von Fallersleben






Osterbrunnen im Maulbronner Klosterhof


Ein frohes Osterfest,
einen fleißigen Osterhasen
und schöne Frühlingstage
wünscht euch

Betty

Samstag, 17. Februar 2018

Vom kurzen Leben eines Schneemanns, von großen Katzen und dem Zusammensein unter demselben Himmel - und vom Ruf des Waldes...

Der Schneemann auf der Straße
trägt einen weißen Rock,
hat eine rote Nase
und einen dicken Stock.

 
Er rührt sich nicht vom Flecke,
auch wenn es stürmt und schneit.
Stumm steht er in der Ecke
zur kalten Winterszeit.


Doch tropft es von den Dächern
im ersten Sonnenschein,
da fängt er an zu laufen,
und niemand holt ihn ein.


Robert Reinick


Es war am Rosenmontag. In der Früh hatte es etwas geschneit und was davon liegen blieb, reichte gerade für diesen Mini-Schneemann. Um ihn zu bauen, hatten die Kinder meiner Feriengruppe unter viel Mühe den Schnee von den Schulhofbänken abgesammelt. Wir beschlossen, ihn zu fotografieren, denn inzwischen kam bereits die Sonne durch und wir wussten, dass ihm nur wenige Stunden bleiben würden. Spontan gaben wir ihm den Namen "Olaf", das schien irgendwie zu passen. Leider wurde er durch andere Kinder, die ihn uns wohl nicht gönnten, zerstört, bevor er schmelzen konnte, aber das ist eine andere Geschichte. Wir verschwendeten keine Zeit daran, uns darüber aufzuregen. Wenn Kinder Werke anderer nicht respektieren und zerstören, haben sie sich das vermutlich irgendwo von Erwachsenen abgeschaut und wir Großen müssen uns zunächst an unsere eigene Nase fassen und uns überlegen, welches Verhalten wir Kindern vorleben. So einfach ist das. Auf diesem Foto und in unseren Herzen jedenfalls hat Olaf seinen bleibenden Platz gefunden!


Was mir - außer Schneemann Olaf - aus diesen Fastnachtsferien noch lebhaft in Erinnerung bleiben wird, war die von allen Alterstufen geteilte Lesebegeisterung. Die Leseecke war stets gut besetzt und es wurde für diesen Bereich seitens der Kinder energisch Ruhe zum ungestörten Schmökern eingefordert. Da unsere Aktivitäten unter dem Motto "Zirkus" standen, hatte ich in der Stadtbibliothek nach einem Vorlesebuch, das uns durch die Woche begleiten könnte, gesucht und war mit Unterstützung der emsigen und netten Mitarbeiterinnen dort auch fündig geworden. Nun gibt es viele Schulkinder, denen das Lesen, kaum, dass sie es anfangs mit viel Begeisterung gelernt haben, wieder sauer gemacht wird, weil sie es mit Schule, Noten und Stillsitzenmüssen in Verbindung bringen. Hier erlebte ich jedoch eine Gruppe von über 20 Kindern von der ersten bis zu vierten Klasse, die - Jungs wie Mädchen - ganz Ohr waren, sich schlapp lachten und sich "wie Bolle" auf jede nächste Geschichte freuten. Selten hat mir Vorlesen in einem großen Rahmen so viel Spaß gemacht! Leider währte dieser nur zwei Tage. Dann war meine Stimme weg. Gründlich! Jetzt hüte ich das Bett, trinke brav Hustentee und hoffe, dass sich für die restlichen Tage ein Nachfolge-Vorleser gefunden hat, dem das Buch ebensoviel Vergnügen machte.

Tommy Löwenfreund gibt es jedoch schon ein paar Jahre und im Moment ist das Buch beim Verlag leider nicht mehr zu haben. Aber vielleicht findet ihr es zum Ausleihen in einer Bibliothek oder könnt es günstig antiquarisch erstehen. Oder ihr ladet es euch für wenig Geld als eBook herunter. Was Tommy auszeichnet: Im Grunde ist er die Jungen-Variante der von uns allen geliebten und verehrten Pippi Langstrumpf. Wie sie bewältigt auch Tommy schwierige Situationen mit Mut, Witz und unverwüstlichem Humor. Und wenn sein Löwe mit dem bezeichnenden Namen "Brüllmähne" es sich auf dem Sofa bequem macht und vergnügt eine Zebra-Sendung im Fernsehen anschaut, denken wir sogleich an das ebenso phantastische Pferd auf der Veranda der Villa Kunterbunt. In beiden Erzählungen greifen Realität und Phantansie auf eine Weise ineinander, die uns ein Stück aus dem Alltag entführt und uns zugleich neuen Mut für eben diesen Alltag mitgibt. Und wie bei den Büchern von Astrid Lindgren erübrigt sich die Frage nach "Mädchenbuch" oder "Jungenbuch". Denn Junge oder Mädchen sein spielt hier gar keine so große Rolle. Vielmehr geht es in erster Linie um das Wichtigste im Leben: Mensch zu sein und anderen ein richtig guter Freund oder eine richtig gute Freundin zu sein. Und so haben wir es hier mit einem Buch zu tun, das Mädchen wie Jungen - und auch kleinen und großen Leserinnen und Lesern gefällt. Aus diesem Grund muss es hier seinen Platz finden, auch wenn es sich um keine Neuerscheinung handelt.

Sylvia Englert (Text)
Christiane Hansen (Illustrationen):

Tommy Löwenfreund, der mutigste Junge der Welt

München 2012 (Ars Edition)
Downlowd als eBook für 2,99 € bei bücher.de

Wem es große Katzen, wie "Brüllmähne", angetan haben, der wird sich auch dem Zauber von "Leopanther" schwer entziehen können. Voller Poesie mit zauberhaften Illustrationen haben zwei polnische Brüder gemeinsam die Liebesgeschichte des Leopardenjungen Bruno und des Panthermädchens Lisa gestaltet und zu einem unvergleichlich schönen Bilderbuch werden lassen.

Pitor und Jozef Wilkon

Leopanther

Aus dem Polnischen von Ulrike Herbst-Rosocha
Affoltern am Albis/Schweiz 2017 (Bohem)
ISBN 978-3-85581-539-5
€ 14,95
Überall im Buchhandel


Sich gemeinsam auf den Weg machen, um einander kennenzulernen und festzustellen, dass wir alle denselben Himmel teilen, ähnliche Träume und Wünsche haben und einander brauchen, darum geht es auch in einem weiteren poetischen Bilderbuch. Es steht unter dem Motto "Für eine vereinte Welt" und ist besonders wichtig in Zeiten wie diesen, wo es schwer fällt, daran zu glauben, dass eine solche möglich ist. Vielleicht schaffen es ja die Kinder von heute, einen Grund dafür zu legen, morgen diese Welt anders, besser und für alle bewohnbar zu gestalten? Zusammen sollte es doch zu schaffen sein! Oder was meint ihr?

Britta Teckentrup

Zusammen unter einem Himmel

München 2017 (arsEdition)
Übersetzt aus dem Englischen von: Kristin Iozzo
ISBN: 978-3-8458-1973-0
€ 14,99
Überall im Buchhandel


Bald kommt der Frühling, spätestens dann wird es höchste Eisenbahn, wieder mehr Zeit draußen zu verbringen. Einer, der sich mit Bäumen bestens auskennt, ist der Förster Peter Wohlleben, bekannt aus dem Fernsehen. In einem ganz besonderen Buch lädt er nun junge und jung gebliebene Leute zu einer besonderen Entdeckungsreise in den Wald ein. Wir erfahren Erstaunliches darüber, wie Bäume miteinander reden, einander warnen oder sich gegenseitig helfen, erkunden Spannendes über Pilze, Pflanzen und Tiere und bekommen Tipps zum eigenen Erforschen und Ausprobieren. Beeindruckende Fotos und lustige Zeichnungen sorgen für ein kurzweiliges Lesevergnügen, bei dem wir nebenbei unerhört viel lernen können.

"Hörst du wie die Bäume sprechen?" wurde im Januar 2018 von der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur zum Buch des Monats ausgezeichnet.

Peter Wohlleben

Hörst du, wie die Bäume sprechen?

Eine kleine Entdeckungsreise durch den Wald
Gestaltung von Dagmar Herrmann
Einband und Illustrationen von Stefanie Reich
Einbandgestaltung von Dagmar Herrmann
Hamburg 2017 (Oetinger)
€ 16,99
ISBN-13: 978-3-7891-0822-8
Überall im Buchhandel



Vielleicht begegnen wir uns ja bald mal irgendwo in den Wäldern?

Ich wünsche euch schöne Spätwinter- und Vorfrühlingstage!

Viele liebe Grüße

Eure Betty

Sonntag, 24. Dezember 2017

Vom Warten aufs Christkind - und von guten Wünschen fürs Neue Jahr!

Ach, wie unendlich lang ist heut' der Tag!
Die Kinder zählen jeden Glockenschlag.
Nun endlich doch verglüht hoch über'm Tal
Im Westen sanft der Sonne gold'ner Strahl.

"Sieh, Schwesterlein, nun wird es draußen Nacht;
Schon ist ein gold'nes Sternlein aufgemacht.
Ein zweites jetzt und mehr und immer mehr.
Dort wohnt das Christkind mit dem Engelheer."

Die Kleinste spricht: "Kennt ich nur seinen Stern!
Vom Himmel fliegen säh ich's zu gern;
Doch weiß ich wohl, die Mutter sieht's allein,
Es huscht ganz heimlich in das Haus hinein."

"Horch! Hörst du's knistern?" Und sie atmen kaum,
"Gewiss, das Christkind bringt den Tannenbaum!
Er brennt! Er brennt!" Es fällt ein heller Schein.
Durchs Schlüsselloch ins dunkle Kämmerlein.

Nun spürt man schon der Tanne würz'gen Hauch.
Der Bruder fragt: "Kannst du dein Sprüchlein auch?
Ich hab' mir mein's soeben aufgesagt,
Dass ich nicht stocke, wenn das Christkind fragt."

Die Schwester nickt! - Ein helles Glöcklein klang;
Dem kleinen Pärchen wird so wonnigbang.
Die Tür springt auf; aus grüner Zweige Kranz
Strahlt blendend hell der Weihnachtskerzen Glanz.

Und jetzt zum Tisch! Oh, wie das jauchzt und lacht:
"Oh, sieh nur, was das Christkind mir gebracht!"
Die Wangen glühn, die Augen blitzen klar;
Am Hals der Eltern hängt das frohe Paar.

Nun spielen sie am hellen Weihnachtstisch;
Wie bleiben doch die Äuglein heut' so frisch!
Der Sandmann, der zu früher Zeit sonst naht,
Hat sicher heut verfehlt den rechten Pfad.

Doch endlich ruft die Mutter: "Nun ins Nest,
Damit ihr frisch erwacht am Weihnachtsfest!
Zu Bett! Zu Bett!" Die Lichter löschen aus,
Und Engel halten Wacht am stillen Haus.

Julius Sturm



Betty wünscht allen jungen
und jung gebliebenen LiteraturfreundInnen:
Ein kurzweiliges Warten aufs Christkind,
glückliche und gesegnete Weihnachtstage
und ein friedevolles Neues Jahr 2018!

Samstag, 21. Oktober 2017

Von einem unverstellten Himmel, farbenfrohen Karussells, philosophischen Bären - und dem Recht der Kinder auf gute Seiten im Internet...

Im Nebel ruhet noch die Welt,
Noch träumen Wald und Wiesen.
Bald siehst du, wenn der Schleier fällt,
Den blauen Himmel unverstellt,
Herbstkräftig die gedämpfte Welt
In warmem Golde fließen.

Eduard Mörike







Eigentlich heißt dieses Gedicht ja "Septembermorgen". Aber es will mir noch besser zum Oktober passen. Ich mag es sehr, denn sowie ich es lese oder höre, spüre ich genau den Zauber, der sich einstellt, wenn das Licht durch den frühen Nebel dringt und die Landschaft in herbstliches Gold eintauchen lässt.


Ich bin dem Dichter wieder begegnet. Im Literaturmuseum in Marbach am Neckar, der Geburtsstadt des Dichters Schiller, der noch etwas früher lebte als Mörike. Dass Eduard Mörike gern in der Natur war, lässt sich dort unschwer feststellen. Wir können dort seinen Spazierstock und einen Teil seiner großen Sammlung an Steinen und Fossilien, die er von allen seinen Wanderungen heim trug, bewundern.


















Aber auch den originalen alten Turmhahn vom Kirchturm des baden-württembergischen Dorfes Cleversulzbach, wo der Dichter einst Pfarrer war, findet ihr dort. Diesen Hahn hatte er vor dem Wegwerfen bewahrt und ihm ein sehr langes Gedicht gewidmet. Hier könnt ihr klicken, wenn ihr die Geschichte nochmals nachlesen wollt. 

Geboren ist Mörike nicht allzu weit weg von Marbach, in Ludwigsburg, wo ich immer wieder gerne Schloss und Garten besuche und als Kind schon immer meine Eltern ordentlich nervte, damit wir dort hinfuhren. Dort gibt es im Oberen Ostgarten ein restauriertes altes Karussell, auf dem sich in früheren Zeiten vor allem die Erwachsenen der Hofgesellschaft vergnügten. Zum Glück gibt es ja auch heute noch - oder wieder - Große, die zugeben, dass sie hin und wieder noch gern spielen. Deshalb hatte ich auch vor drei Jahren, als ich mit dieser Seite begann, ein Foto dieses Karussells als Symbolbild gewählt. Ihr findet es auf der rechten Seite dieses Blogs. Denn die Seite sollte ja allen jungen und jung gebliebenen Literaturfreundinnen und Literaturfreunden gewidmet sein.


Pferdekarussell im Oberen Ostgarten
Blühendes Barock Ludwigsburg




Nun, gerade beim Stöbern in einer Buchhandlung in der Schillerstadt Marbach ergab es sich, dass mir ein Bilderbuch über ein Karussell-Gedicht in die Hände fiel. Ein anderer Dichter war es, der es schrieb, - und er meinte natürlich auch nicht dieses Karussell, sondern eines, das er in einem Park in Paris, im Jardin du Luxembourg gesehen hatte.


Und dies ist das Gedicht:

Das Karussell
Jardin du Luxembourg

Mit einem Dach und seinem Schatten dreht
sich eine kleine Weile der Bestand
von bunten Pferden, alle aus dem Land,
das lange zögert, eh es untergeht.
Zwar manche sind an Wagen angespannt,
doch alle haben Mut in ihren Mienen;
ein böser roter Löwe geht mit ihnen
und dann und wann ein weißer Elefant.

Sogar ein Hirsch ist da, ganz wie im Wald,
nur dass er einen Sattel trägt und drüber
ein kleines blaues Mädchen aufgeschnallt.

Und auf dem Löwen reitet weiß ein Junge
und hält sich mit der kleinen heißen Hand
dieweil der Löwe Zähne zeigt und Zunge.

Und dann und wann ein weißer Elefant.




Und auf den Pferden kommen sie vorüber,
auch Mädchen, helle, diesem Pferdesprunge
fast schon entwachsen; mitten in dem Schwunge
schauen sie auf, irgendwohin, herüber –.

Und dann und wann ein weißer Elefant.

Und das geht hin und eilt sich, dass es endet,
und kreist und dreht sich nur und hat kein Ziel.
Ein Rot, ein Grün, ein Grau vorbeigesendet,
ein kleines kaum begonnenes Profil –.
Und manchesmal ein Lächeln, hergewendet,
ein seliges, das blendet und verschwendet
an dieses atemlose blinde Spiel ...

Rainer Maria Rilke





Mit einem weißen Elefanten kann das Karussell in Ludwigsburg nun nicht dienen, mit Pferden und Hirschen aber schon. Das Karussell jedoch, das der Dichter vor Augen gehabt haben könnte, zeigt euch dieses stimmungsvolle Bilderbuch.

Rainer Maria Rilke:
Das Karussell
mit Bildern von Isabel Pin
Berlin 2008 (Kindermann)
€ 15,90
ISBN 978-3-934029-28-6
Überall im Buchhandel


Oder ihr lasst in euch euer eigenes Bild von einem Karussell entstehen. Lest das Gedicht so oft, bis ihr es auswendig könnt, dann schließt die Augen. Wenn ihr ein Bild in euch habt, holt euch Stifte, Farben und Papier - und los geht es!


Das Rilke-Haus in Fischerhude


Steg am Rilkehaus in Fischerhude
Ein wenig bin ich vor einigen Wochen auch diesem Dichter begegnet, auf einer Kurzreise zu einer Tagung nach Bremen, wo ich auch die Künstlerdörfer Worpswede und Fischerhude ganz in der Nähe besuchte. Diese liegen in einer Moorlandschaft, die gerade im Herbst Malerinnen und Maler wie Paula-Modersohn-Becker, Otto Modersohn, Fritz Overbeck und Heinrich Vogeler zu ihren schönsten Bildern inspirierte. Diese Fotos zeigen das ehemalige Atelierhaus von Rilkes Frau, der Malerin und Bildhauerin Clara Rilke-Westhoff, die dort wohnte und arbeitete. Heute beherbergt das Haus, das von einem wunderschönen Garten umgeben ist, ein Café. Trotz des Regens an diesem Tag hat sich die Blumenpracht des Gartens inmitten der Wasserlandschaft des Flüsschens Wümme noch einmal in ihren schönsten Farben gezeigt.





Im Garten des Rilke-Hauses in Fischerhude


Sonnenuntergang an der Hamme
Klein-Helgoland/Worpswede
Dass die Malerinnen und Maler sich von dieser Landschaft gern verzaubern ließen, konnte ich gut nachfühlen bei diesem Sonnenuntergang an der Hamme bei Worpswede.




















Vor zwei Wochen war mein Sohn Raphael, den ich ja nicht mehr so oft sehe, weil er in Köln lebt und studiert, bei mir zu Besuch. Er ist ebenso gern in der Natur wie ich und so haben wir manche Wanderung zusammen unternommen. Dieses Foto zeigt ihn, als wir vom Hohlohturm die Aussicht über den nördlichen Schwarzwald genossen.


Mit Raphi auf dem Hohloh-Turm im Schwarzwald

Steg durchs Hohloh-Hochmoor
im Nordschwarzwald

Auch dieser Turm liegt in einer geheimnisvollen Moorlandschaft, durch die Stege führen, weil man sonst sehr leicht versinken könnte. In dieser Gegend finden sich noch Schmetterlinge, die leider nur noch selten zu bewundern sind, wie der Trauermantel.

Trauermantel im Wildsee-Moor





Der Hohlohsee im Nordschwarzwald
Hier am Hohlohsee entfaltet Maler Herbst seinen Farbenzauber.












Im Hohloh-Hochmoor


Wohin gehen jung gebliebene Mütter mit ihren Kindern gerne, auch wenn diese Kinder schon groß sind? Natürlich in den Tierpark! Und so bekamen wir Lust, gemeinsam wieder einmal ein nahe gelegenes Wildgehege aufzusuchen, wo wir sehr "gechillte" Braunbären antrafen, die sich wohl bald für den nahen Winterschlaf rüsten.









Bären habe ich schon immer geliebt, Bücher von Bären auch, so dass mir gleich ein Lieblingsbuch aus Kindertagen in Erinnerung kommt, von dem sich noch heute kleine und große Leserinnen und Leser gern verzaubern lassen.

Pu der Bär, den ihr sicherlich auch aus Filmen als "Winnie Puh" kennt, erlebt mit Christopher Robin und seinen tierischen Freunden Ferkel, Kaninchen, Eule, I-Aah, Tiger, Känga und Klein-Ruh herrlich komische, unvergessliche Abenteuer im Hundertsechzig-Morgen-Wald. Sie sind für immer in unseren Herzen festgeschrieben. Und am schönsten ist es, wenn wir sie uns vorlesen oder vorlesen lassen!

Alan Alexander Milne:
Pu der Bär
Gesamtausgabe
Einbandgestaltung von Konstantin Buchholz
Einband und Illustrationen von Ernest H. Shepard
Aus dem Englischen von Harry Rowohlt
Hamburg 2009 (Dressler)
€ 15,90
ISBN-13: 978-3-7915-1339-3
Überall im Buchhandel








Aber wisst ihr auch, wie es zu dieser Geschichte kam - und wer der kleine Schwarzbär war, die sie auslöste? Oder vielmehr: Eine kleine Schwarzbärin, die ein kanadischer Soldat und Tierarzt einst einem Trapper abkaufte. Dieses Bilderbuch erzählt die spannende und rührende Geschichte, von Winnie, die später im Londoner Zoo Alan A. Milnes Sohn Christopher Robin kennenlernen sollte.

Lindsay Mattick
WINNIE
Die wahre Geschichte des berühmten Bären

Mit Illustrationen von Sophie Blackall
Übersetzung aus dem Amerikanischen
Münster 2015 (Bohem)
€ 19,95
ISBN 978-3-95939-027-9
Überall im Buchhandel

Heute, am 21.Oktober, ist übrigens "Tag der Kinderseiten". Denn es ist wichtig, dass Kinder im Internet gute Seiten vorfinden, auf denen sie sich informieren, Lerntipps und Ideen einholen oder auch einfach spielen und Spaß haben können, ohne von Erwachsenen, die es nicht gut mit ihnen meinen, - denn solche gibt es leider auch! -, für dumm verkauft, ausgenutzt oder ausspioniert zu werden. In diesem Blog auf der rechten Seite - ziemlich unten - habe ich schon seit längerer Zeit Links für Kinder aufgelistet, die zu empfehlen sind, und es werden immer wieder welche hinzukommen. Ihr braucht euch einfach nur durchzuklicken.

Kinder haben das Recht auf gute Bildung und gute Medien - und dies gilt es immer wieder einzufordern. Bücher, in denen Kinder sich über dieses Recht und weitere Kinderrechte nach der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen (UN) informieren können, waren eine Zeitlang vergriffen und kaum mehr zu bekommen. Umso erfreulicher ist es, dass in diesem Jahr ein solches neu erschienen ist, worin ihr viele eurer Fragen verständlich beantwortet bekommt.

Anke M. Leitzgen:
DAS SIND DEINE RECHTE
Das Kinderrechte-Buch
Mit Illustrationen von Signe Kjær
Weinheim 2017 (Beltz)
€ 14,95
ISBN: 978-3-407-82178-2
Überall im Buchhandel


Niemals zum Essen, nur zum Anschauen:
Fliegenpilze im Hohloh-Moor

Ich selbst habe hier ja "nur" ein persönliches Blog, in dem ich euch meine Eindrücke erzähle und Bücher empfehle, die ich selbst kenne und mag. Und leider schaffe ich es auch nicht immer, so oft neue Beiträge zu einzustellen, wie ich das eigentlich gern möchte. Denn ich habe ja noch meinen Beruf, in dem ich auch mit Kindern arbeite, und darüber hinaus so manches weitere Schreibprojekt. Ich hoffe, dass es euch, wenn ihr euch hierher "verirrt" habt, dennoch ein bisschen gefällt. Ihr könnt mir jederzeit auch gerne unten einen Kommentar hinterlassen. Oder schreibt mir unter: Bettine@bettys-corner.de!

Meine 4-beinige Freundin aus dem Odenwald
In jedem Fall wünsche euch noch einen schönen, farbenfrohen Lese-Herbst!

Herzliche Grüße

Eure Betty