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Sonntag, 10. März 2019

Von der Sehnsucht nach dem Frühling, vielen Bären und der Geschichte eines alten Hauses...

Singt ein Vogel, singt ein Vogel, singt im Märzenwald,
kommt der helle, der helle Frühling, kommt der Frühling bald.
Komm doch, lieber Frühling, lieber Frühling, komm doch bald herbei,
jag den Winter, jag den Winter fort und mach das Leben frei!

Kinderlied (Text & Weise: Heinz Lau)





Auf einer Wanderung bei Heidelberg hatte ich das große Glück, diesen kleinen Sänger mit meiner Kamera einzufangen. Es sah so aus, als gebe er ein Konzert ganz für mich allein. Und als mahnte er mich, dass es Zeit würde, mich endlich wieder an mein Blog hier zu setzen.

Meine Wanderung führte mich hoch über dem Neckartal zum so genannten "Philosophenweg", von dem man den schönsten Blick auf Heidelberg hat und wo der Frühling schon sehr früh anfängt.

Blick auf Heidelberg vom Philosophenweg


Hier sind viele Dichter und Denker schon zu früheren Zeiten gern spazieren gegangen und haben sich zu manchem Gedicht und Gedanken inspirieren lassen.










Krokusblüte in der Eichendorff-Anlage am Philosophenweg Heidelberg





So auch der Dichter Hölderlin vor mehr als 200 Jahren, der Heidelberg diese Liebeserklärung machte:


Lange lieb' ich dich schon, möchte dich, mir zur Lust,
   Mutter nennen, und dir schenken ein kunstlos Lied,
      Du, der Vaterlandsstädte
         Ländlichschönste, so viel ich sah.

Wie der Vogel des Walds über die Gipfel fliegt,
   Schwingt sich über den Strom, wo er vorbei dir glänzt,
      Leicht und kräftig die Brücke,
         Die von Wagen und Menschen tönt.

Friedrich Hölderlin



Und wir spüren: Etwas davon ist noch immer da!





Aber ich wollte ja auch nach zum Frühling passendem Lesestoff für euch Ausschau halten.

Ich weiß nicht, wie es euch geht: Bärengeschichten lassen mich nie los, sie faszinieren mich immer wieder. Und wer glaubt, über Bären sei schon alles erzählt, den kann ich beruhigen: Es findet sich noch immer wieder etwas Neues, so wie diese bezaubernde Bilderbuchgeschichte aus Japan, wo es eher als bei uns möglich ist, vom Ast eines Baumes aus das Meer zu sehen. Sie handelt von einem kleinen Hasen auf der Suche nach dem Frühling.







Chiaki Okada / Ko Okada:

Bist du der Frühling?

Aus dem Japanischen übersetzt von Ursula Gräfe
Frankfurt 2019 (Moritz)
ISBN: 978-3-89565-372-8
14,00 €
Überall im Buchhandel






Darf man denn auch Lügengeschichten erzählen? Warum nicht? Wenn alle sich klar darüber sind, dass es sich um eine Lügengeschichte handelt und alle ihren Spaß daran haben: Jederzeit!

Eine haarsträubende Lügengeschichte, an der die Kinder meiner Sprachgruppe großen Spaß hatten, ist "Mama, da steht ein Bär vor der Tür!" Denn, was würde eure Mutter sagen, wenn plötzlich ein Bär vor der Tür stünde? Im elften Stock?! Was ein Bär dort wohl will? - Natürlich: Das Meer sehen!

Sabine Lipan/Manuela Olten

Mama, da steht ein Bär vor der Tür!

München 2014 (Tulipan)
ISBN 978-3-86429-183-8
14,95 €
Überall im Buchhandel

Zu diesem Buch gibt es auch witzige, kostenlose Spiele-Apps in App-Stores für iOS und Android. Bitte ladet euch aber nie etwas selbst herunter, sondern nur in Absprache mit euren Eltern, da es auch bei kostenlosen Apps immer mal passieren kann, dass man aus Versehen etwas zusätzlich mit einkauft, das dann plötzlich eine Menge Geld kostet! Fragt bitte immer zunächst Erwachsene, die sich damit auskennen!











Manchmal entstehen Freundschaften an ungewöhnlichen Orten. So wie die von Maus und Ente, die sich - im Bauch eines Wolfes treffen! Hier hat es jemand verstanden, daraus eine herrlich komische Geschichte zu spinnen!

Mac Barnett/Jon Klassen

Der Wolf, die Ente & die Maus

Aus dem Englischen übersetzt von Thomas Bodmer
Zürich 2018 (NordSüd)
ISBN: 978-3-314-10440-4
15,00 €
Überall im Buchhandel














Noch einmal um Bären soll es hier gehen, diesmal für die Freunde von Sachbüchern unter euch. Der Eisbär ist ein sehr gefährdetes Tier, gerade in unseren Zeiten, da unser Klima immer wärmer zu werden droht. Denn ein Eisbär, wie sein Name schon sagt, braucht nun mal Kälte und eine geschlossene Eisdecke zum Leben. Er ist von der Natur einzigartig für dieses Leben ausgestattet. Der beste Weg, Tieren helfen zu können, ist, zunächst mal ganz viel über sie und das, was sie brauchen, zu lernen. Dies könnt ihr ganz nebenbei beim Lesen dieser faszinierenden Eisbärengeschichte.

Jenni Desmond

Der Eisbär

Aus dem Englischen übersetzt von Sophie Birkenstädt
Hamburg 2017 (Aladin)
16,95 €
Überall im Buchhandel




Nun ging es lange um Tiere. Im letzten Buch, das ich euch vorstellen möchte, geht es hingegen um Menschen. In einem alten Haus in Russland, in Moskau, lebt eine Familie über mehrere Generationen. Wir bekommen Einblick in ihr Haus, in ihr Leben in einem Zeitraum von 100 Jahren - von 1902 bis 2002 - und so zugleich in die russische Geschichte. Dieses Buch ist für die Älteren unter euch, empfohlen ist es ab zwölf Jahren, aber auch Jüngere, die sich dafür interessieren, können sich natürlich damit beschäftigen, vielleicht gemeinsam mit jemand Erwachsenem.

Alexandra Litwina
Lorenz Hoffmann (Übers.)
Thomas Weiler (Übers.)
Anna Desnitskaya (Illustr.)

In einem alten Haus in Moskau

Ein Streifzug durch 100 Jahre russische Geschichte
Hildesheim 2017 (Gerstenberg)
ISBN 978-3-8369-5993-3
24.95 €
Überall im Buchhandel







Nun bleibt mir, euch einen schönen Frühling zu wünschen!

Sitzt mir aber vor lauter Lesen oder gar Computerspielen nicht nur im Zimmer! Nichts wie raus mit uns an die frische Luft! Notfalls auch - wie hier im Bild - mit wollenen Unterhosen... :-)

Herzliche Grüße

Eure Betty

Sonntag, 17. Juni 2018

Von gefiederten Zeitgenossen, von liebenswerten Schurken, vom Sommerbeginn - und vom Leben überhaupt...

Der Sommer, der Sommer,
Das ist die schönste Zeit:
Wir ziehen in die Wälder
Und durch die Au'n und Felder
Voll Lust und Fröhlichkeit.
 

Der Sommer, der Sommer,
Der schenkt uns Freuden viel:
Wir jagen dann und springen
Nach bunten Schmetterlingen
Und spielen manches Spiel.
 

Der Sommer, der Sommer,
Der schenkt uns manchen Fund:
Erdbeeren wir uns suchen
Im Schatten hoher Buchen
Und laben Herz und Mund.
 

Der Sommer, der Sommer,
Der heißt uns lustig sein:
Wir winden Blumenkränze
Und halten Reigentänze
Beim Abendsonnenschein.
 

August Hoffmann von Fallersleben



Und schon ist wieder der Sommer ins Land gezogen. Ein schöner, blütenreicher Frühling ist ihm vorangegangen.

Gerne erinnere ich mich an einen Nachmittag mit "meinen" Kindern auf einer nahegelegenen Streuobstwiese. Wir waren kaum angekommen und mit einem Mal war es ungewohnt still geworden und von einigen Kindern war gar nichts mehr zu sehen. Viele von ihnen saßen längst oben in den Apfelbäumen, sie waren flugs hinaufgeklettert, lagen ganz entspannt in den Ästen und schauten durch die Blätter und Blüten in den Himmel. "Oh", sagte ich noch, "ich bin mir gar nicht so sicher, ob wir das überhaupt dürfen. Auf jeden Fall müssen wir sehr vorsichtig sein und aufpassen, dass keine Zweige abgerissen werden!" Sie versprachen es und verhielten sich sehr achtsam, auch die Lebhafteren unter ihnen. Andere Kinder lagen bäuchlings im Gras und beobachteten Käfer, während wieder andere lange Ketten aus Gänseblümchen und Löwenzahn flochten. Viele von ihnen schienen ganz eins geworden mit der Natur, die sie umgab. Und ich dachte daran, dass dies etwas ist, was vielen Kindern, die in den Städten wohnen, heute fehlt: Einfach in die Natur hinausgehen können und die Seele baumeln lassen.




Hier in unserer ländlichen Umgebung haben wir großes Glück. Auch der Vogel des Jahres, der Star, wohnt gleich zu mehreren in Mauerhöhlen in der Außenwand unseres Schulgebäudes, so dass wir reichlich Gelegenheit haben, ihn zu beobachten. Oft sehen wir ihn, so wie hier, singend und schwatzend aus seiner Höhle schauen und können nur staunen, wie viele Stimmen anderer Vögel er imitieren kann.

Mehr über ihn könnt ihr erfahren, wenn ihr auf diesen Link klickt: Ein echter Star unter den Vögeln - Kindernetz.de SWR

Für alle, die zum Nachschlagen gern auf handfeste Bücher zurückgreifen: In diesem Jahr sind einige, zum Teil sehr schöne Vogelsachbücher für Kinder erschienen, was die Auswahl gar nicht so leicht macht.

Eins möchte ich euch hier vorstellen, aus dem ihr in kurzen Texten mit vielen schönen Fotos und Zeichnungen Spannendes über das Leben und Verhalten von Vögeln erfahren könnt und darüber hinaus Anregungen für eigenes Tun bekommt. Das stabil gefertigte Sachbuch eignet sich gut zum Mithinausnehmen in die Natur.






Naturführer für Kinder
Vögel
München 2018 (Dorling Kindersley)
ISBN 978-3-8310-3468-0
7,95 €

Überall im Buchhandel


Für diejenigen unter euch, die sich gern alles noch genauer anschauen, von Vogelfedern fasziniert sind und diese vielleicht auch gerne sammeln, gibt es hingegen ein ganz besonders kunstvolles Sachbilderbuch, in dem ihr alles über Federn und ihre Funktion erfahren und nebenbei in traumhafte Bilder eintauchen könnt.

Britta Teckentrup:
Die Feder
München 2018 (Prestel)
ISBN: 978-3-7913-7333-1
€ 20,00
Überall im Buchhandel





Britta Teckentrup ist auch die Autorin von Oskar, den wir hier an früherer Stelle schon einmal vorgestellt haben. Von ihm gibt es seit dem letzten Herbst eine Fortsetzung. Und diesmal ist Oskar nicht allein! "Oskar und Mo" ist ein bezauberndes Bilderbuch über Liebe und Freundschaft.

Britta Teckentrup:
Oskar und Mo
München 2017 (Prestel)
ISBN: 978-3-7913-7312-6
€ 12,99
Überall im Buchhandel








 
 




Der späte Frühling war die Zeit der bunten Blumenwiesen und leuchtenden Gräser, zumindest auf den Höhen des Odenwaldes, wo ich gern schnell mal hinfahre. Dort gibt es noch viele Wiesenblumen wie Margeriten, Glockenblumen, Wiesen-Bocksbart und - Kuckuckslichtnelken!















Hier dürfen auch die Kühe noch auf der Weide sein und ihre Kälbchen bei sich haben. Dies ist nicht nur gesund für Tier und Mensch, sondern auch eine echte Chance für unseren Star, der sich sehr gerne dort aufhält, wo Weidevieh ist. Hier findet er reichlich Nahrung - und erleichtert ganz nebenbei den Kühen das Leben, indem er sie von lästigen Insekten befreit. Eine Art Freundschaft zwischen ganz verschiedenen Tierarten, von der beide etwas haben. Und so schließt sich wieder der Kreis zum Vogel des Jahres.





Das Leben fängt immer klein an. Dann beginnt es zu wachsen. Leicht ist es auch nicht immer. Und doch lieben wir es! Von all dem handelt dieses ganz bezaubernde Bilderbuch über das Leben aus der Sicht der Tiere. Es zeigt uns das Leben aus einer anderen Perspektive und kann uns lehren, achtsamer zu werden. Auch Kindern, die erst sehr kurze Zeit Deutsch sprechen, gefiel es sehr gut.

Cynthia Rylant/Brendan Wenzel (Illustration):
LEBEN
Übersetzung aus dem Englischen: Thomas Bodmer
Zürich 2017 (Nord-Süd)
ISBN: 978-3-3141-0417-6
16,00 €
Überall im Buchhandel






 


Einstweilen zaubert der Sommer immer neue Farben...















Alte Freunde aus liebgewordenen Büchern wiedertreffen ist etwas Tolles, auch wenn es sich in diesem Fall um einen bekannten und berüchtigten Schurken handelt, der mit Vorliebe Kaffeemühlen klaut! Nun ist ja sein Erfinder Otfried Preußler leider schon vor 5 Jahren verstorben. Zum Glück aber hat eine seiner Töchter noch eine von ihm selbst geschriebene fertige Vorlage zu einem Puppenspiel in einer vergessenen Schublade gefunden, die nur noch zum Vorlesebuch umgestaltet werden musste - und schon gibt es ein neues witziges Abenteuer mit Räuber Hotzenplotz!


Otfried Preußler:
Der Räuber Hotzenplotz und die Mondrakete
Stuttgart 2018 (Thienemann)
ISBN: 978-3-522-18510-3
12,00 €
Überall im Buchhandel





Auf dass ihr mit recht viel Lesestoff entspannt durch die heiße Jahreszeit kommen mögt!





Einen Sommer voller Abenteuer und spannender Entdeckungen wünscht euch

Betty


Samstag, 21. Oktober 2017

Von einem unverstellten Himmel, farbenfrohen Karussells, philosophischen Bären - und dem Recht der Kinder auf gute Seiten im Internet...

Im Nebel ruhet noch die Welt,
Noch träumen Wald und Wiesen.
Bald siehst du, wenn der Schleier fällt,
Den blauen Himmel unverstellt,
Herbstkräftig die gedämpfte Welt
In warmem Golde fließen.

Eduard Mörike







Eigentlich heißt dieses Gedicht ja "Septembermorgen". Aber es will mir noch besser zum Oktober passen. Ich mag es sehr, denn sowie ich es lese oder höre, spüre ich genau den Zauber, der sich einstellt, wenn das Licht durch den frühen Nebel dringt und die Landschaft in herbstliches Gold eintauchen lässt.


Ich bin dem Dichter wieder begegnet. Im Literaturmuseum in Marbach am Neckar, der Geburtsstadt des Dichters Schiller, der noch etwas früher lebte als Mörike. Dass Eduard Mörike gern in der Natur war, lässt sich dort unschwer feststellen. Wir können dort seinen Spazierstock und einen Teil seiner großen Sammlung an Steinen und Fossilien, die er von allen seinen Wanderungen heim trug, bewundern.


















Aber auch den originalen alten Turmhahn vom Kirchturm des baden-württembergischen Dorfes Cleversulzbach, wo der Dichter einst Pfarrer war, findet ihr dort. Diesen Hahn hatte er vor dem Wegwerfen bewahrt und ihm ein sehr langes Gedicht gewidmet. Hier könnt ihr klicken, wenn ihr die Geschichte nochmals nachlesen wollt. 

Geboren ist Mörike nicht allzu weit weg von Marbach, in Ludwigsburg, wo ich immer wieder gerne Schloss und Garten besuche und als Kind schon immer meine Eltern ordentlich nervte, damit wir dort hinfuhren. Dort gibt es im Oberen Ostgarten ein restauriertes altes Karussell, auf dem sich in früheren Zeiten vor allem die Erwachsenen der Hofgesellschaft vergnügten. Zum Glück gibt es ja auch heute noch - oder wieder - Große, die zugeben, dass sie hin und wieder noch gern spielen. Deshalb hatte ich auch vor drei Jahren, als ich mit dieser Seite begann, ein Foto dieses Karussells als Symbolbild gewählt. Ihr findet es auf der rechten Seite dieses Blogs. Denn die Seite sollte ja allen jungen und jung gebliebenen Literaturfreundinnen und Literaturfreunden gewidmet sein.


Pferdekarussell im Oberen Ostgarten
Blühendes Barock Ludwigsburg




Nun, gerade beim Stöbern in einer Buchhandlung in der Schillerstadt Marbach ergab es sich, dass mir ein Bilderbuch über ein Karussell-Gedicht in die Hände fiel. Ein anderer Dichter war es, der es schrieb, - und er meinte natürlich auch nicht dieses Karussell, sondern eines, das er in einem Park in Paris, im Jardin du Luxembourg gesehen hatte.


Und dies ist das Gedicht:

Das Karussell
Jardin du Luxembourg

Mit einem Dach und seinem Schatten dreht
sich eine kleine Weile der Bestand
von bunten Pferden, alle aus dem Land,
das lange zögert, eh es untergeht.
Zwar manche sind an Wagen angespannt,
doch alle haben Mut in ihren Mienen;
ein böser roter Löwe geht mit ihnen
und dann und wann ein weißer Elefant.

Sogar ein Hirsch ist da, ganz wie im Wald,
nur dass er einen Sattel trägt und drüber
ein kleines blaues Mädchen aufgeschnallt.

Und auf dem Löwen reitet weiß ein Junge
und hält sich mit der kleinen heißen Hand
dieweil der Löwe Zähne zeigt und Zunge.

Und dann und wann ein weißer Elefant.




Und auf den Pferden kommen sie vorüber,
auch Mädchen, helle, diesem Pferdesprunge
fast schon entwachsen; mitten in dem Schwunge
schauen sie auf, irgendwohin, herüber –.

Und dann und wann ein weißer Elefant.

Und das geht hin und eilt sich, dass es endet,
und kreist und dreht sich nur und hat kein Ziel.
Ein Rot, ein Grün, ein Grau vorbeigesendet,
ein kleines kaum begonnenes Profil –.
Und manchesmal ein Lächeln, hergewendet,
ein seliges, das blendet und verschwendet
an dieses atemlose blinde Spiel ...

Rainer Maria Rilke





Mit einem weißen Elefanten kann das Karussell in Ludwigsburg nun nicht dienen, mit Pferden und Hirschen aber schon. Das Karussell jedoch, das der Dichter vor Augen gehabt haben könnte, zeigt euch dieses stimmungsvolle Bilderbuch.

Rainer Maria Rilke:
Das Karussell
mit Bildern von Isabel Pin
Berlin 2008 (Kindermann)
€ 15,90
ISBN 978-3-934029-28-6
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Oder ihr lasst in euch euer eigenes Bild von einem Karussell entstehen. Lest das Gedicht so oft, bis ihr es auswendig könnt, dann schließt die Augen. Wenn ihr ein Bild in euch habt, holt euch Stifte, Farben und Papier - und los geht es!


Das Rilke-Haus in Fischerhude


Steg am Rilkehaus in Fischerhude
Ein wenig bin ich vor einigen Wochen auch diesem Dichter begegnet, auf einer Kurzreise zu einer Tagung nach Bremen, wo ich auch die Künstlerdörfer Worpswede und Fischerhude ganz in der Nähe besuchte. Diese liegen in einer Moorlandschaft, die gerade im Herbst Malerinnen und Maler wie Paula-Modersohn-Becker, Otto Modersohn, Fritz Overbeck und Heinrich Vogeler zu ihren schönsten Bildern inspirierte. Diese Fotos zeigen das ehemalige Atelierhaus von Rilkes Frau, der Malerin und Bildhauerin Clara Rilke-Westhoff, die dort wohnte und arbeitete. Heute beherbergt das Haus, das von einem wunderschönen Garten umgeben ist, ein Café. Trotz des Regens an diesem Tag hat sich die Blumenpracht des Gartens inmitten der Wasserlandschaft des Flüsschens Wümme noch einmal in ihren schönsten Farben gezeigt.





Im Garten des Rilke-Hauses in Fischerhude


Sonnenuntergang an der Hamme
Klein-Helgoland/Worpswede
Dass die Malerinnen und Maler sich von dieser Landschaft gern verzaubern ließen, konnte ich gut nachfühlen bei diesem Sonnenuntergang an der Hamme bei Worpswede.




















Vor zwei Wochen war mein Sohn Raphael, den ich ja nicht mehr so oft sehe, weil er in Köln lebt und studiert, bei mir zu Besuch. Er ist ebenso gern in der Natur wie ich und so haben wir manche Wanderung zusammen unternommen. Dieses Foto zeigt ihn, als wir vom Hohlohturm die Aussicht über den nördlichen Schwarzwald genossen.


Mit Raphi auf dem Hohloh-Turm im Schwarzwald

Steg durchs Hohloh-Hochmoor
im Nordschwarzwald

Auch dieser Turm liegt in einer geheimnisvollen Moorlandschaft, durch die Stege führen, weil man sonst sehr leicht versinken könnte. In dieser Gegend finden sich noch Schmetterlinge, die leider nur noch selten zu bewundern sind, wie der Trauermantel.

Trauermantel im Wildsee-Moor





Der Hohlohsee im Nordschwarzwald
Hier am Hohlohsee entfaltet Maler Herbst seinen Farbenzauber.












Im Hohloh-Hochmoor


Wohin gehen jung gebliebene Mütter mit ihren Kindern gerne, auch wenn diese Kinder schon groß sind? Natürlich in den Tierpark! Und so bekamen wir Lust, gemeinsam wieder einmal ein nahe gelegenes Wildgehege aufzusuchen, wo wir sehr "gechillte" Braunbären antrafen, die sich wohl bald für den nahen Winterschlaf rüsten.









Bären habe ich schon immer geliebt, Bücher von Bären auch, so dass mir gleich ein Lieblingsbuch aus Kindertagen in Erinnerung kommt, von dem sich noch heute kleine und große Leserinnen und Leser gern verzaubern lassen.

Pu der Bär, den ihr sicherlich auch aus Filmen als "Winnie Puh" kennt, erlebt mit Christopher Robin und seinen tierischen Freunden Ferkel, Kaninchen, Eule, I-Aah, Tiger, Känga und Klein-Ruh herrlich komische, unvergessliche Abenteuer im Hundertsechzig-Morgen-Wald. Sie sind für immer in unseren Herzen festgeschrieben. Und am schönsten ist es, wenn wir sie uns vorlesen oder vorlesen lassen!

Alan Alexander Milne:
Pu der Bär
Gesamtausgabe
Einbandgestaltung von Konstantin Buchholz
Einband und Illustrationen von Ernest H. Shepard
Aus dem Englischen von Harry Rowohlt
Hamburg 2009 (Dressler)
€ 15,90
ISBN-13: 978-3-7915-1339-3
Überall im Buchhandel








Aber wisst ihr auch, wie es zu dieser Geschichte kam - und wer der kleine Schwarzbär war, die sie auslöste? Oder vielmehr: Eine kleine Schwarzbärin, die ein kanadischer Soldat und Tierarzt einst einem Trapper abkaufte. Dieses Bilderbuch erzählt die spannende und rührende Geschichte, von Winnie, die später im Londoner Zoo Alan A. Milnes Sohn Christopher Robin kennenlernen sollte.

Lindsay Mattick
WINNIE
Die wahre Geschichte des berühmten Bären

Mit Illustrationen von Sophie Blackall
Übersetzung aus dem Amerikanischen
Münster 2015 (Bohem)
€ 19,95
ISBN 978-3-95939-027-9
Überall im Buchhandel

Heute, am 21.Oktober, ist übrigens "Tag der Kinderseiten". Denn es ist wichtig, dass Kinder im Internet gute Seiten vorfinden, auf denen sie sich informieren, Lerntipps und Ideen einholen oder auch einfach spielen und Spaß haben können, ohne von Erwachsenen, die es nicht gut mit ihnen meinen, - denn solche gibt es leider auch! -, für dumm verkauft, ausgenutzt oder ausspioniert zu werden. In diesem Blog auf der rechten Seite - ziemlich unten - habe ich schon seit längerer Zeit Links für Kinder aufgelistet, die zu empfehlen sind, und es werden immer wieder welche hinzukommen. Ihr braucht euch einfach nur durchzuklicken.

Kinder haben das Recht auf gute Bildung und gute Medien - und dies gilt es immer wieder einzufordern. Bücher, in denen Kinder sich über dieses Recht und weitere Kinderrechte nach der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen (UN) informieren können, waren eine Zeitlang vergriffen und kaum mehr zu bekommen. Umso erfreulicher ist es, dass in diesem Jahr ein solches neu erschienen ist, worin ihr viele eurer Fragen verständlich beantwortet bekommt.

Anke M. Leitzgen:
DAS SIND DEINE RECHTE
Das Kinderrechte-Buch
Mit Illustrationen von Signe Kjær
Weinheim 2017 (Beltz)
€ 14,95
ISBN: 978-3-407-82178-2
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Niemals zum Essen, nur zum Anschauen:
Fliegenpilze im Hohloh-Moor

Ich selbst habe hier ja "nur" ein persönliches Blog, in dem ich euch meine Eindrücke erzähle und Bücher empfehle, die ich selbst kenne und mag. Und leider schaffe ich es auch nicht immer, so oft neue Beiträge zu einzustellen, wie ich das eigentlich gern möchte. Denn ich habe ja noch meinen Beruf, in dem ich auch mit Kindern arbeite, und darüber hinaus so manches weitere Schreibprojekt. Ich hoffe, dass es euch, wenn ihr euch hierher "verirrt" habt, dennoch ein bisschen gefällt. Ihr könnt mir jederzeit auch gerne unten einen Kommentar hinterlassen. Oder schreibt mir unter: Bettine@bettys-corner.de!

Meine 4-beinige Freundin aus dem Odenwald
In jedem Fall wünsche euch noch einen schönen, farbenfrohen Lese-Herbst!

Herzliche Grüße

Eure Betty