Samstag, 21. Oktober 2017

Von einem unverstellten Himmel, farbenfrohen Karussells, philosophischen Bären - und dem Recht der Kinder auf gute Seiten im Internet...

Im Nebel ruhet noch die Welt,
Noch träumen Wald und Wiesen.
Bald siehst du, wenn der Schleier fällt,
Den blauen Himmel unverstellt,
Herbstkräftig die gedämpfte Welt
In warmem Golde fließen.

Eduard Mörike







Eigentlich heißt dieses Gedicht ja "Septembermorgen". Aber es will mir noch besser zum Oktober passen. Ich mag es sehr, denn sowie ich es lese oder höre, spüre ich genau den Zauber, der sich einstellt, wenn das Licht durch den frühen Nebel dringt und die Landschaft in herbstliches Gold eintauchen lässt.


Ich bin dem Dichter wieder begegnet. Im Literaturmuseum in Marbach am Neckar, der Geburtsstadt des Dichters Schiller, der noch etwas früher lebte als Mörike. Dass Eduard Mörike gern in der Natur war, lässt sich dort unschwer feststellen. Wir können dort seinen Spazierstock und einen Teil seiner großen Sammlung an Steinen und Fossilien, die er von allen seinen Wanderungen heim trug, bewundern.


















Aber auch den originalen alten Turmhahn vom Kirchturm des baden-württembergischen Dorfes Cleversulzbach, wo der Dichter einst Pfarrer war, findet ihr dort. Diesen Hahn hatte er vor dem Wegwerfen bewahrt und ihm ein sehr langes Gedicht gewidmet. Hier könnt ihr klicken, wenn ihr die Geschichte nochmals nachlesen wollt. 

Geboren ist Mörike nicht allzu weit weg von Marbach, in Ludwigsburg, wo ich immer wieder gerne Schloss und Garten besuche und als Kind schon immer meine Eltern ordentlich nervte, damit wir dort hinfuhren. Dort gibt es im Oberen Ostgarten ein restauriertes altes Karussell, auf dem sich in früheren Zeiten vor allem die Erwachsenen der Hofgesellschaft vergnügten. Zum Glück gibt es ja auch heute noch - oder wieder - Große, die zugeben, dass sie hin und wieder noch gern spielen. Deshalb hatte ich auch vor drei Jahren, als ich mit dieser Seite begann, ein Foto dieses Karussells als Symbolbild gewählt. Ihr findet es auf der rechten Seite dieses Blogs. Denn die Seite sollte ja allen jungen und jung gebliebenen Literaturfreundinnen und Literaturfreunden gewidmet sein.


Pferdekarussell im Oberen Ostgarten
Blühendes Barock Ludwigsburg




Nun, gerade beim Stöbern in einer Buchhandlung in der Schillerstadt Marbach ergab es sich, dass mir ein Bilderbuch über ein Karussell-Gedicht in die Hände fiel. Ein anderer Dichter war es, der es schrieb, - und er meinte natürlich auch nicht dieses Karussell, sondern eines, das er in einem Park in Paris, im Jardin du Luxembourg gesehen hatte.


Und dies ist das Gedicht:

Das Karussell
Jardin du Luxembourg

Mit einem Dach und seinem Schatten dreht
sich eine kleine Weile der Bestand
von bunten Pferden, alle aus dem Land,
das lange zögert, eh es untergeht.
Zwar manche sind an Wagen angespannt,
doch alle haben Mut in ihren Mienen;
ein böser roter Löwe geht mit ihnen
und dann und wann ein weißer Elefant.

Sogar ein Hirsch ist da, ganz wie im Wald,
nur dass er einen Sattel trägt und drüber
ein kleines blaues Mädchen aufgeschnallt.

Und auf dem Löwen reitet weiß ein Junge
und hält sich mit der kleinen heißen Hand
dieweil der Löwe Zähne zeigt und Zunge.

Und dann und wann ein weißer Elefant.




Und auf den Pferden kommen sie vorüber,
auch Mädchen, helle, diesem Pferdesprunge
fast schon entwachsen; mitten in dem Schwunge
schauen sie auf, irgendwohin, herüber –.

Und dann und wann ein weißer Elefant.

Und das geht hin und eilt sich, dass es endet,
und kreist und dreht sich nur und hat kein Ziel.
Ein Rot, ein Grün, ein Grau vorbeigesendet,
ein kleines kaum begonnenes Profil –.
Und manchesmal ein Lächeln, hergewendet,
ein seliges, das blendet und verschwendet
an dieses atemlose blinde Spiel ...

Rainer Maria Rilke





Mit einem weißen Elefanten kann das Karussell in Ludwigsburg nun nicht dienen, mit Pferden und Hirschen aber schon. Das Karussell jedoch, das der Dichter vor Augen gehabt haben könnte, zeigt euch dieses stimmungsvolle Bilderbuch.

Rainer Maria Rilke:
Das Karussell
mit Bildern von Isabel Pin
Berlin 2008 (Kindermann)
€ 15,90
ISBN 978-3-934029-28-6
Überall im Buchhandel


Oder ihr lasst in euch euer eigenes Bild von einem Karussell entstehen. Lest das Gedicht so oft, bis ihr es auswendig könnt, dann schließt die Augen. Wenn ihr ein Bild in euch habt, holt euch Stifte, Farben und Papier - und los geht es!


Das Rilke-Haus in Fischerhude


Steg am Rilkehaus in Fischerhude
Ein wenig bin ich vor einigen Wochen auch diesem Dichter begegnet, auf einer Kurzreise zu einer Tagung nach Bremen, wo ich auch die Künstlerdörfer Worpswede und Fischerhude ganz in der Nähe besuchte. Diese liegen in einer Moorlandschaft, die gerade im Herbst Malerinnen und Maler wie Paula-Modersohn-Becker, Otto Modersohn, Fritz Overbeck und Heinrich Vogeler zu ihren schönsten Bildern inspirierte. Diese Fotos zeigen das ehemalige Atelierhaus von Rilkes Frau, der Malerin und Bildhauerin Clara Rilke-Westhoff, die dort wohnte und arbeitete. Heute beherbergt das Haus, das von einem wunderschönen Garten umgeben ist, ein Café. Trotz des Regens an diesem Tag hat sich die Blumenpracht des Gartens inmitten der Wasserlandschaft des Flüsschens Wümme noch einmal in ihren schönsten Farben gezeigt.





Im Garten des Rilke-Hauses in Fischerhude


Sonnenuntergang an der Hamme
Klein-Helgoland/Worpswede
Dass die Malerinnen und Maler sich von dieser Landschaft gern verzaubern ließen, konnte ich gut nachfühlen bei diesem Sonnenuntergang an der Hamme bei Worpswede.




















Vor zwei Wochen war mein Sohn Raphael, den ich ja nicht mehr so oft sehe, weil er in Köln lebt und studiert, bei mir zu Besuch. Er ist ebenso gern in der Natur wie ich und so haben wir manche Wanderung zusammen unternommen. Dieses Foto zeigt ihn, als wir vom Hohlohturm die Aussicht über den nördlichen Schwarzwald genossen.


Mit Raphi auf dem Hohloh-Turm im Schwarzwald

Steg durchs Hohloh-Hochmoor
im Nordschwarzwald

Auch dieser Turm liegt in einer geheimnisvollen Moorlandschaft, durch die Stege führen, weil man sonst sehr leicht versinken könnte. In dieser Gegend finden sich noch Schmetterlinge, die leider nur noch selten zu bewundern sind, wie der Trauermantel.

Trauermantel im Wildsee-Moor





Der Hohlohsee im Nordschwarzwald
Hier am Hohlohsee entfaltet Maler Herbst seinen Farbenzauber.












Im Hohloh-Hochmoor


Wohin gehen jung gebliebene Mütter mit ihren Kindern gerne, auch wenn diese Kinder schon groß sind? Natürlich in den Tierpark! Und so bekamen wir Lust, gemeinsam wieder einmal ein nahe gelegenes Wildgehege aufzusuchen, wo wir sehr "gechillte" Braunbären antrafen, die sich wohl bald für den nahen Winterschlaf rüsten.









Bären habe ich schon immer geliebt, Bücher von Bären auch, so dass mir gleich ein Lieblingsbuch aus Kindertagen in Erinnerung kommt, von dem sich noch heute kleine und große Leserinnen und Leser gern verzaubern lassen.

Pu der Bär, den ihr sicherlich auch aus Filmen als "Winnie Puh" kennt, erlebt mit Christopher Robin und seinen tierischen Freunden Ferkel, Kaninchen, Eule, I-Aah, Tiger, Känga und Klein-Ruh herrlich komische, unvergessliche Abenteuer im Hundertsechzig-Morgen-Wald. Sie sind für immer in unseren Herzen festgeschrieben. Und am schönsten ist es, wenn wir sie uns vorlesen oder vorlesen lassen!

Alan Alexander Milne:
Pu der Bär
Gesamtausgabe
Einbandgestaltung von Konstantin Buchholz
Einband und Illustrationen von Ernest H. Shepard
Aus dem Englischen von Harry Rowohlt
Hamburg 2009 (Dressler)
€ 15,90
ISBN-13: 978-3-7915-1339-3
Überall im Buchhandel








Aber wisst ihr auch, wie es zu dieser Geschichte kam - und wer der kleine Schwarzbär war, die sie auslöste? Oder vielmehr: Eine kleine Schwarzbärin, die ein kanadischer Soldat und Tierarzt einst einem Trapper abkaufte. Dieses Bilderbuch erzählt die spannende und rührende Geschichte, von Winnie, die später im Londoner Zoo Alan A. Milnes Sohn Christopher Robin kennenlernen sollte.

Lindsay Mattick
WINNIE
Die wahre Geschichte des berühmten Bären

Mit Illustrationen von Sophie Blackall
Übersetzung aus dem Amerikanischen
Münster 2015 (Bohem)
€ 19,95
ISBN 978-3-95939-027-9
Überall im Buchhandel

Heute, am 21.Oktober, ist übrigens "Tag der Kinderseiten". Denn es ist wichtig, dass Kinder im Internet gute Seiten vorfinden, auf denen sie sich informieren, Lerntipps und Ideen einholen oder auch einfach spielen und Spaß haben können, ohne von Erwachsenen, die es nicht gut mit ihnen meinen, - denn solche gibt es leider auch! -, für dumm verkauft, ausgenutzt oder ausspioniert zu werden. In diesem Blog auf der rechten Seite - ziemlich unten - habe ich schon seit längerer Zeit Links für Kinder aufgelistet, die zu empfehlen sind, und es werden immer wieder welche hinzukommen. Ihr braucht euch einfach nur durchzuklicken.

Kinder haben das Recht auf gute Bildung und gute Medien - und dies gilt es immer wieder einzufordern. Bücher, in denen Kinder sich über dieses Recht und weitere Kinderrechte nach der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen (UN) informieren können, waren eine Zeitlang vergriffen und kaum mehr zu bekommen. Umso erfreulicher ist es, dass in diesem Jahr ein solches neu erschienen ist, worin ihr viele eurer Fragen verständlich beantwortet bekommt.

Anke M. Leitzgen:
DAS SIND DEINE RECHTE
Das Kinderrechte-Buch
Mit Illustrationen von Signe Kjær
Weinheim 2017 (Beltz)
€ 14,95
ISBN: 978-3-407-82178-2
Überall im Buchhandel


Niemals zum Essen, nur zum Anschauen:
Fliegenpilze im Hohloh-Moor

Ich selbst habe hier ja "nur" ein persönliches Blog, in dem ich euch meine Eindrücke erzähle und Bücher empfehle, die ich selbst kenne und mag. Und leider schaffe ich es auch nicht immer, so oft neue Beiträge zu einzustellen, wie ich das eigentlich gern möchte. Denn ich habe ja noch meinen Beruf, in dem ich auch mit Kindern arbeite, und darüber hinaus so manches weitere Schreibprojekt. Ich hoffe, dass es euch, wenn ihr euch hierher "verirrt" habt, dennoch ein bisschen gefällt. Ihr könnt mir jederzeit auch gerne unten einen Kommentar hinterlassen. Oder schreibt mir unter: Bettine@bettys-corner.de!

Meine 4-beinige Freundin aus dem Odenwald
In jedem Fall wünsche euch noch einen schönen, farbenfrohen Lese-Herbst!

Herzliche Grüße

Eure Betty





Kommentare:

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